Mittlerer Abfluss (B3)

Der Abfluss von Fließgewässern unterliegt den Einflüssen der Klimaveränderung. Gleichzeitig wirkt sich eine langfristige Veränderung des mittleren Abflusses auch auf die Gesamtökosysteme eines Fließgewässers aus. Der Indikator B3 misst diese Veränderungen.

Für die Planung und Bemessung von wasserwirtschaftlichen Nutzungen und Abflussregelungen an Gewässern werden zur Beurteilung des Abflussgeschehens verschiedene Abflusskennwerte herangezogen. Diese Abflusskennwerte können für den aktuellen Klimazustand aus den Beobachtungszeitreihen der Pegel abgeleitet werden. Für nachhaltige, zukunftsorientierte Planungen und Bewertungen ist die Kenntnis darüber von besonderer Bedeutung. Es wird daraus ersichtlich, wie das Abflussgeschehen und damit die Abflusskennwerte sich infolge des Klimawandels zukünftig verändern könnten.Der mittlere Abfluss stellt eine wichtige hydrologische Kenngröße dar und unterliegt den Einflüssen der Klimaveränderung. Die relevanten Klimafaktoren sind dabei in erster Linie der Niederschlag und die Temperatur. Eine langfristige Veränderung des MQ wirkt sich insbesondere auf die Gesamtökosysteme eines Fließgewässers aus. Die Analyse des Langzeitverhaltens des mittleren jährlichen Abflusses MQ besteht primär in der Ermittlung eventuell vorhandener linearer Trends in den Zeitreihen der drei ausgewählten Pegel. Das Trendverhalten der Zeitreihen der mittleren jährlichen Abflüsse hängt von der Länge der einzelnen Zeitreihe bzw. vom betrachteten Zeitfenster ab. Für statistisch zuverlässige Aussagen über das Trendverhalten sind daher möglichst lange Zeitreihen erforderlich, die mindestens 60 bis 70 Beobachtungsjahre umfassen sollten. Für kürzere Zeitspannen sind eventuell auftretende Trends als eher zufällig zu bewerten und daher in der Regel nur wenig aussagekräftig.

Der Abfluss ist definiert als Wasservolumen, das einen bestimmten Querschnitt in der Zeiteinheit durchfließt und einem Einzugsgebiet zugeordnet ist. Der mittlere jährliche Abfluss MQ gibt das arithmetische Mittel aller 365 bzw. 366 in einem Jahr aufgetretenen Tagesmittelwerte des Abflusses an einem Pegel wieder. Die arithmetischen Mittel der 30-Jahreszeiträume werden ebenfalls direkt aus den Tagesmittelwerten des jeweiligen Zeitraums gebildet. Für Sachsen-Anhalt wurden drei Pegel an Fließgewässern ausgewählt, deren Einzugsgebiete ganz oder größtenteils in Sachsen-Anhalt liegen, die eine lange Beobachtungsreihe besitzen und nur gering anthropogen beeinflusst sind. Die Einzugsgebiete liegen in unterschiedlichen Landschaftsräumen von Sachsen-Anhalt (Landschaften am Südrand des Tieflandes, Ackerebenen, Flusstäler und Niederungslandschaften, Mittelgebirge und Mittelgebirgsvorländer).

Pegelname Gewässer Einzugsgebiet Beobachtet seit
Nutha Nuthe 509 km2 1972
Mertendorf Wethau 205 km2 1963
Großschierstedt Wipper 544 km2 1961

Lage der Pegel
Nutha Landkreis Anhalt-Bitterfeld; Gemeinde Zerbst
Mertendorf Burgenlandkreis; Verbandsgemeinde Wethautal
Großschierstedt Salzlandkreis; Stadt Aschersleben

Die ausgewählten Flussgebiete entsprechen den o. g. Kriterien. Vorhandene Datenlücken ergeben sich durch fehlende Stationswerte in diesen Jahren.

Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW), Gewässerkundlicher Landesdienst
jährlich zum 31.12. des darauffolgenden Kalenderjahres Intervall der Zeitreihe: 01.01.1961 (oder ab Beobachtungsbeginn) bis 31.12.2024
Hier gibt es das Kennblatt als PDF zum herunterladen: Mittlerer Abfluss-PDF