Mittlerer Niedrigwasserabfluss (B5)

Veränderungen der Niedrigwasserabflüsse können vielfältige Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme, Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Land-, Forst- und Energiewirtschaft, Fischerei und Tourismus haben. Mit dem Indikator B5 werden Veränderungen gemessen.

Für die Planung und Bemessung von wasserwirtschaftlichen Nutzungen und Abflussregelungen an Gewässern werden zur Beurteilung des Abflussgeschehens verschiedene Abflusskennwerte herangezogen. Diese Abflusskennwerte können für den aktuellen Klimazustand aus den Beobachtungszeitreihen der Pegel abgeleitet werden. Für nachhaltige, zukunftsorientierte Planungen und Bewertungen ist die Kenntnis darüber von besonderer Bedeutung. Es wird daraus ersichtlich, wie das Abflussgeschehen und damit die Abflusskennwerte sich infolge des Klimawandels zukünftig verändern könnten.Niedrigwasser haben sowohl ökologische als auch ökonomische Auswirkungen. Veränderungen des mittleren Niedrigwasserabflusses haben insbesondere Einfluss auf aquatische Ökosysteme, Wasserver- und Abwasserentsorgung, Land- und Forstwirtschaft, (Energie-) Wirtschaft, Schifffahrt, Fischerei sowie Tourismus.Die Analyse des Langzeitverhaltens des mittleren jährlichen Niedrigwasserabflusses MNQ besteht primär in der Ermittlung eventuell vorhandener linearer Trends in den Zeitreihen der drei ausgewählten Pegel Nutha (Nuthe), Mertendorf (Wethau) und Großschierstedt (Wipper). Für statistisch zuverlässige Aussagen über das Trendverhalten sind möglichst lange Zeitreihen erforderlich, die mindestens 60 bis 70 Beobachtungsjahre umfassen sollten. Für kürzere Zeitspannen sind eventuell auftretende Trends als eher zufällig zu bewerten und daher in der Regel nur wenig aussagekräftig.

Der Abfluss ist definiert als Wasservolumen, das einen bestimmten Querschnitt in der Zeiteinheit durchfließt und einem Einzugsgebiet zugeordnet ist. Der mittlere jährliche Hochwasserabfluss MHQ ist das arithmetische Mittel der jeweils größten gemessenen Abflüsse jedes Monats des Kalenderjahres an einem Pegel. Die arithmetischen Mittel der 30-Jahreszeiträume werden hingegen aus den entsprechenden Jahreshöchstwerten des betrachteten Zeitraums gebildet.Für Sachsen-Anhalt wurden drei Pegel an Fließgewässern ausgewählt, deren Einzugsgebiete ganz oder größtenteils in Sachsen-Anhalt liegen, die eine lange Beobachtungsreihe besitzen und nur gering menschlich beeinflusst sind. Die Einzugsgebiete liegen in unterschiedlichen Landschaftsräumen von Sachsen-Anhalt (Landschaften am Südrand des Tieflandes, Ackerebenen, Flusstäler und Niederungslandschaften, Mittelgebirge und Mittelgebirgsvorländer).

Pegelname Gewässer Einzugsgebiet Beobachtet seit
Nutha Nuthe 509 km2 1972
Mertendorf Wethau 205 km2 1963
Großschierstedt Wipper 544 km2 1961

Lage der Pegel
Nutha Landkreis Anhalt-Bitterfeld; Gemeinde Zerbst
Mertendorf Burgenlandkreis; Verbandsgemeinde Wethautal
Großschierstedt Salzlandkreis; Stadt Aschersleben

Die ausgewählten Flussgebiete entsprechen den o. g. Kriterien. Vorhandene Datenlücken ergeben sich durch fehlende Stationswerte in diesen Jahren.

Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW), Gewässerkundlicher Landesdienst
jährlich zum 31.12. des darauffolgenden Kalenderjahres Intervall der Zeitreihe: 01.01.1961 (oder ab Beobachtungsbeginn) bis 31.12.2024
Hier gibt es das Kennblatt als PDF zum herunterladen: Mittlerer Niedrigwasserabfluss-PDF